Tuesday, September 12, 2006

Autokauf

Seit heute bin ich endlich wieder im Besitz eines Autos. Nicht dass ich die ersten Tage hier in den USA zu Fuß gegangen wäre, aber nach einer Woche konnte ich heute meinen für die Anfangszeit reservierten Mietwagen zurück bringen und mir somit ab sofort die Gebühren hierfür sparen.

Wegen der großen Distanzen ist man in den USA nahezu aufgeschmissen ohne Auto. Alles wird hier mit dem Auto erledigt: der fast tägliche Einkauf (obwohl wir es hier wirklich mit unserer Wohnung klasse erwischt haben, da wir tatsächlich zu einem Supermarkt zu Fuß nur eine Minute laufen müssen), Bankgeschäfte (natürlich ohne das Auto zu verlassen vom Drive-In Bankschalter aus), Restaurantbesuche, ...

Eigentlich ist es ja auch kein Wunder, da die Distanzen hier einfach etwas größer sind als in Deutschland. Wenn ein Amerikaner einen Freund besucht, sind beispielsweise eine Stunde fahrt rein garnichts. Wenn er sonntags einen Ausflug in einen der Nationalparks oder zu einem Freizeitpark unternimmt, fährt er auch gerne mal 4 Stunden hin und 4 Stunden wieder zurück.

Als mir Lisa erzähl hat, dass ein Arbeitskollege von ihr seinen Zweitwagen gerne verkaufen möchte, war mir sofort klar, dass ich dieses Auto haben wollte. Hierbei handelt es sich um einen Ford Taurus (heißt in Deutschland Mondeo), Baujahr 2001, mit 80.000 Meilen (für amerikanische Verhältnisse ganz normal, zumal wir hier ein sehr trockenes Klima haben). Der Wagen ist silberfarben, hat 4 Türen, 3,0 Liter, 6 Zylinder und natürlich eine Automatik-Schaltung. Zugegeben, nicht das coolste Auto auf der Welt (besonders im Vergleich zu meinem Jeep zumindest, den ich in Deutschland gerade verkaufen musste), jedoch für den Anfang sicher nicht verkehrt.

Zudem spare ich dadurch erst einmal jede Menge Geld, das ich in der Anfangszeit sicher gut gebrauchen kann. Dadurch dass ich den Wagen zu einem wirklich sehr günstigen Preis kaufen konnte, bleibt mir ein Großteil des Geldes, das ich für mein in Deutschland verkauftes Auto bekommen habe. Später, wenn ich erst einmal einige Zeit hier in den USA gelebt und gearbeitet habe, kann ich mir immer noch ein anderes Auto zulegen.

Außerdem bin ich mit dem Auto wirklich sehr zufrieden. Erst recht, nachdem ich es zu einem dieser Waschplätze gebracht habe, wo man eine Wagenwäsche von Hand bekommt. Die Investition war es wirklich wert: Nachdem zwei Leute meinen Wagen ca. 1 1/2 Stunden sehr intensiv bearbeitet haben und den Wagen innen und außen gewaschen, die Polster gereinigt, die Armaturen aufgefrischt, die Matten gereinigt und von Außen gewachst und poliert haben, sieht er wieder fast aus wie neu.

Auch die Versicherung für dieses Auto habe ich wirklich sehr günstig bekommen. So habe ich noch am selben Tag bei Farmers Insurance eine Versicherung abgeschlossen (Haftpflicht), die mich lediglich 230 $ (ca. 190 EUR) pro halbes Jahr kostet (30 $ muss ich extra bezahlen, da ich hier versicherungstechnisch als Fahranfänger eingestuft werde).

Als ich das erste mal zur Tankstelle fahre und den Wagen voll tanke, bin ich ebenfalls positiv überrascht. So liegt mein Auto mit ca. 9 Liter pro 100 Kilometer vom Verbrauch her eher im Mittelfeld, aber bei einem Benzinpreis in Kalifornien von mittlerweile wieder 2,65 $ / gallon (= 0,58 EUR / Liter) macht das Tanken hier im Vergleich zu Deutschland wieder richtig Spaß!

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