Sunday, October 29, 2006

Los Angeles**, Hollywood****, Beverly Hills***

Bedingt durch die Zeitumstellung bin ich heute sehr früh aufgewacht und habe kurzerhand beschlossen, den Tag zu nutzen, um mich ein wenig in Los Angeles umzusehen. Zwar war ich bereits einige Male in Los Angeles unterwegs, jedoch ist es immer wieder interessant, die uns allen aus Film und Fernsehen bekannten Plätze und Sehenswürdigkeiten aufzusuchen.
So bin ich zunächst nach Downtown LA gefahren, um dann schließlich in Hollywood das berühmte Hollywood Sign, das Chinese Theatre, das Kodak Theatre und den Walk of Fame zu besuchen. All das befindet sich sehr nah beieinander, so dass man alles zu Fuß besichtigen kann.
Das besagte Schild in den Hollywood Hills, das 1921 von einer Maklerfirma für 21.000 $ errichtet worden war, um für den Verkauf der Gründstücke zu werben, kann man ohnehin heute nur noch aus der Ferne betrachten, da das Gebiet mittlerweile dicht besiedelt und zum großen Teil in Privatbesitz ist. So muss man schon einige Zeit durch die Strassen von Hollywood fahren, um einen einigermaßen Blick auf die 15 Meter hohen und 137 Meter langen Buchstaben zu erhalten. Der Schriftzug gehört heute wohl zu den bekanntesten Bauwerken der USA. Dabei waren die Buchstaben, die zunächst aus Telefonmasten, Holz- und Stoffresten errichtet wurden, anfangs nur für 1 1/2 Jahre geplant und ursprünglich war der Schriftzug auch noch etwas länger. Erst in den 40er Jahren, als das "H" umkippte, entschloss man sich, die hinteren Buchstaben von HOLLYWOODLAND zu entfernen und den Rest zu restaurieren. Dabei wurde auch die ursprünglich vorhandene Beleuchtung entfernt. 1978 stellte die Handelskammer von Hollywood mit Unterstützung einiger Prominenter zum 75. Geburtstag der Stadt einen neuen Schriftzug auf.
Auch vom Kodak Theatre, wo seit 2001 die Oscar-Verleihung stattfindet, sieht man im Hintergrund das Hollywood Sign. Das Gebäude wurde speziell für die Verleihung entworfen, bietet 3.400 Personen einen Sitzplatz und verfügt über eine der größten Bühnen der USA. Kodak hat sich mit 75 Mio. $ am Bau des Theaters beteiligt, um Namensbestandteil des Baus zu werden.
Ganz in der Nähe und durch einen Teil des Walk of Fames verbunden, befindet sich das Chinese Theatre. Der Walk of Fame ist ein 18 Blocks langes Teilstück des Hollywood Boulevards, das im Jahr 1958 durch die Handelskammer von Los Angeles eingerichtet wurde und auf dem nun mit der Ehrung von Bruce Willis am 16.Oktober 2006 insgesamt 2.321 Sterne eingelassen sind. Mit den Sternen werden Prominente geehrt, die eine wichtige Rolle in der Unterhaltungsindustrie hatten oder haben. Der erste Stern wurde damals an die amerikanische Schauspielerin Joanne Gignilliat Trimmier Woodward vergeben, die beispielsweise in den Filmen "Picnic" oder "The Long Hot Summer" an der Seite von Paul Newman spielte, den sie 1958 auch heiratete.
Eine ähnliche Funktion nimmt auch das wohl bekannteste Kino der Welt, das Grauman's Chinese Theatre, ein. Im Vorhof des im Stil einer chinesischen Pagode erbauten Filmtheaters, haben sich viele berühmte Persönlichkeiten und Filmstars mit ihren Hand- und Fußabdrücken im Beton verewigt. Heute ist es eine der Anziehungspunkte auf dem ansonsten nicht mehr so glanzvollen Hollywood Boulevard.
Nur wenige Fahrminuten von Hollywood entfernt befindet sich Beverly Hills, wo viele Größen des Film- und Showbusiness ihre luxuriösen und extravaganten Wohnsitze haben. Der berühmte Villenvorort liegt auf hügeligem Gelände und ist bekannt für seine eleganten Villen in prachtvollen Gärten.
Schaut man sich jedoch die demographischen Daten des aus 15.000 Haushalten bestehenden Ortes einmal näher an, so stellt man schnell fest, dass Beverly Hills tatsächlich gar nicht nur aus Wohlstand und Reichtum besteht. So findet man auch hier ganz normale (Miets-)Häuser und Wohnungen und mit 71.000 $ befindet sich das durchschnittliche Haushaltseinkommen gerade mal 18.000 $ über dem Durchschnitt von Los Angeles. 8% aller Familien leben in Armut.
Mit dem Rodeo Drive verfügt der Ort jedoch über eine der teuersten Einkaufsstraßen der Welt. Der drei Häuserblöcke lange Abschnitt ist eine exklusive Einkaufs- und Flaniermeile, die von den reichen und prominenten Einwohnern der Umgebung genutzt wird. Bis in die frühen 1950er Jahre war die Straße ein Pferdeweg; erst in den70er Jahren entstand die heutige Einkaufsstraße. Die Grundstückspreise und Mieten zählen inzwischen zu den höchsten der Welt.

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Friday, October 20, 2006

Ein kleines Stückchen Deutschland

So fernab der Heimat gibt es doch das eine oder andere was man im Laufe der Zeit vermisst. Zunächst einmal sind das natürlich Freunde und Familie. Zum Glück gibt es jedoch heutzutage Email, Internet und günstige Telefontarife. Vergessen sind die Zeiten, wo man noch langwierig per Post Briefe schicken musste. Vergessen sind auch die Zeiten, wo ein Telefongespräch in die USA ein Vermögen gekostet hat.
Als ich das erste Mal mit 16 Jahren in die USA geflogen bin, hat man damals noch für ein kurzes Telefonat von wenigen Minuten schnell einmal 50 DM vertelefoniert. Mit unter 1 Cent pro Minute sind da die Gespräche in die USA heute fast genauso billig wie ein Ortsgespräch innerhalb Deutschlands.
Der Einfluß von Deutschland in den USA ist dabei erstaunlich hoch. Ausgesuchte deutsche Produkte, wie Maggi, Suppen von Knorr oder deutsches Bier, bekommt man mitterweile in fast jedem Supermarkt.
Was man nicht so einfach bekommt, können wir hier in der Old World in Huntington Beach einkaufen, einer Ansammlung von deutschen Restaurants, einem Supermarkt, einer Metzgerei, einer Bäckerei und einem Biergarten. Alles natürlich in "typisch" deutschem Stil gehalten.
Eine andere Möglichkeit, um an einige dringend benötigte Produkte aus der Heimat zu gelangen, ist das Internet.
Deutsche Supermärkte, wie z.B. GermanDeli aus Texas, bieten mittlerweile auch den versand ihrer Waren über das Internet an. Auch ich habe bereits diese Methode genutzt, um uns deutschen Kaffee (nachdem ich hier schon alles mögliche ausprobiert habe) und Maggi zu bestellen.
Die wachsende Anzahl solcher Angebote ist ein deutliches Anzeichen dafür, dass es überall in den USA nach wie vor viele deutschprachige Auswanderer gibt. Einige Organisationen sprechen davon, dass über 45 Mio. Amerikaner mit einem deutschsprachigem Land verwurzelt sind. Hinzu kommen noch die vielen Amerikaner, die während ihrer Militärzeit einmal in Deutschland stationiert waren oder die einfach einmal dort Urlaub gemacht haben.
So ist es auch kein Wunder, dass es überall in den USA deutsche Vereinigungen und Verbände gibt. Hierbei reichen die Angebote von deutschen Fußball-, Schuhplattler- oder Musikvereinen bis hin zu Verbänden, die sich mit deutscher Kultur beschäftigen. Zu letzterem zählt beispielsweise auch der Phoenix Club in Anaheim.
Um auch in den USA weiterhin mit Nachrichten aus Deutschland verorgt zu werden, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Wer regelmäßig Zeitung lesen möchte, kann sich beispielsweise eine der deutschsprachigen Zeitungen bestellen, deutsches Fernsehen ist über Satelit oder Kabel erhältlich und auch das Auswärtige Amt oder andere Organisationen bieten einen regelmäßigen Newsletter an, der einen über die Geschehnisse in Deutschland auf dem Laufenden hält.
Da mittlerweile ja auch sämtliche Zeitungen in Deutschland im Internet vertreten sind und man selbst das deutsche Fernsehprogramm per Online-Videorekorder (z.B. Shift TV) im Ausland beziehen kann, gibt es tatsächlich alle Möglichkeiten, mit der alten Heimat in Verbindung zu bleiben. Auch übertragen einige deutsche Sender (z.B. ZDF oder RTL) ausgesuchte Sendungen und der Nachrichtensender n-tv (der auch interessante Reportagen bringt) bietet sein Fernsehprogramm sogar 24 Stunden live im Internet an.
Ich selbst habe mir vorgenommen, mindestens einmal am Tag die Nachrichten der Tagesschau im Internet anzuschauen, da es hier in den USA leider sonst sehr schwierig ist, etwas von den Geschehnissen in der Welt mitzubekommen.

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Friday, October 13, 2006

Sport, Sport, Sport!

So verrückt die Amerikaner nach Fastfood sind, so verrückt sind sie auch nach Sport.

Natürlich lieben die Amerikaner auch den passiven Sport und gehen regelmäßig in die unzähligen Baseball-, Football oder Basketball-Stadien, besuchen College-Tourniere oder schauen sich den Superbowl im Fernsehen an (immerhin 90 Mio. Zuschauer jedes Jahr!). Andererseits gibt es hier auch einen regelrechten Trend nach sportlicher Aktivität ... zumindest trifft dies auf Kalifornien zu.
So konnte auch ich mich diesem Trend nicht lange erwehren und ich treibe derzeit sicherlich so viel Sport, wie ich in den letzten drei Jahren zusammen nicht mehr gemacht habe.
Zu den regelmäßigen Sportarten, die ich so betreibe, gehört das mittwochabendliche Klettern und das Surfen am Wochenende. Daneben gehe ich regelmäßig laufen. Immerhin haben Lisa und ich uns vorgenommen, im Januar 2007 am OC Marathon (Halb-Marathon) teilzunehmen, ein Event, an dem Lisa bereits beim letzten Mal erfolgreich teilgenommen hat.
Auch das Rollerbladen und das Schwimmen habe ich wiederentdeckt.
Woher das große Interesse bei mir (und den meisten der anderen 37 Mio. Bewohnern Kaliforniens) am Sport kommt, braucht man sich nicht lange zu überlegen. So wird der Sport hier in den USA in ganz anderem Maße gefördert, als dies beispielsweise in Deutschland der Fall ist. So findet man fast überall gut ausgebaute Wege in Parks oder entlang der Küste, die ausschließlich für die Benutzung von Radfahrern, Rollerbladern und Fußgängern gemacht sind.
Dass das Rollerbladen auf einem gut ausgebautem Weg entlang der Küste mit Blick auf das Meer einen mehr inspiriert, als das Rollerbladen entlang einer stark befahrenen Straße (wie zuletzt in Villingen) ist wohl klar.
Auch die Kultur der Sportveranstaltungen und des Trainings in Vereinen ist hier eine ganz andere. Viele Amerikaner trainieren zum Beispiel regelmäßig in Sportgruppen zusammen oder bereiten sich auf ein Event vor.
Für mich war es beispielsweise sehr beeindruckend zu sehen, wie hier in den USA eine Marathon-Veranstaltung (für Privatpersonen - nicht professionell!) veranstaltet wird. Selbst eine kleine Veranstaltung wird dabei professionell aufgemacht, mit vielen anderen Aktivitäten rund um die Veranstaltung, inklusive lokaler Radio- oder Fernsehstationen.
Dies hat natürlich wiederum positive Auswirkungen auf die Zuschauerzahlen und so kommen regelmäßig tausende Menschen zum Zuschauen und Anfeuern. Da macht es dann auch gleich noch mehr Spaß an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen. Mal schauen, ob ich das nach meiner ersten Teilnahme an einem Halb-Marathon immer noch behaupten kann ... .

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Monday, October 02, 2006

One for 6,99 $ or two for 5 $ ? - Dienstleistung in den USA

Die USA ist wohl eines der kapitalistischsten Länder dieser Erde. Und ich meine dies durchaus im negativen, aber auch im positiven Sinn. Fast alles dreht sich hier ums Geld und ums Verkaufen. Um dabei im Wettbewerb zu bleiben, lassen sich die unterschiedlichsten Geschäfte und Dienstleister so einiges einfallen. Dabei entsteht zwangsläufig eine Spirale - jeder versucht den anderen zu übertreffen. Sei es in Sonderangeboten oder in Dienstleistungen, die man rund um das eigentliche Angebot erhält.

Eine witzige Sache habe ich beispielsweise letzte Woche entdeckt, als ich hier bei uns im Supermarkt war. Hierbei handelt es sich um einen Supermarkt der Kette Ralphs, der sich hier bei uns im Block befindet. Für uns bedeutet das, dass wir doch tatsächlich dorthin laufen können, um einzukaufen - etwas, was für die USA an sich schon sehr außergewöhnlich ist. Dort befinden sich u.a. auch eine Tankstelle, einige Restaurants, ein Copy-Shop und ein Friseur.
Sehr kundenfreundlich sind auch die Öffnungszeiten: So hat der Supermarkt jeden Tag bis 1.00 Uhr nachts geöffnet - selbstverständlich 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Andere Supermärkte haben sogar 24 Stunden geöffnet.
Natürlich bekommt man in jedem Geschäft auch eine Kundenkarte angeboten. Diese kann unterschiedliche Vorteile haben: Manchmal erhält man sofort einen Rabatt, manchmal bekommt man am Ende des Jahres einen gewissen Prozentsatz des im abgelaufenen Jahres getätigten Umsatzes zurück erstattet und natürlich gibt es auch immer wieder besondere Sonderangebote. Das Sportgeschäft REI, das vor einigen Jahren als Einkaufsgemeinschaft für Wanderer begonnen hat, bietet für einen Beitrag von 15 $ eine lebenslange Mietgliedschaft an, die u.a. am Ende eines Jahres eine Rückerstattung in Höhe von 10 % des Kaufbetrages beinhaltet. Bei anderen Produkten wiederum, muss man znächst einen Coupon einschicken, um einen gewissen Teil des Kaufbetrages in Form eines Schecks wieder zurückerstattet zu bekommen.
Zum Glück hat man in den USA bereits erkannt, dass niemand permanent sämtliche Kundenkarten mit sich herumschleppen kann. So ist man mehr und mehr dazu übergegangen, vermehrt Kundenkarten in Form von Schlüsselanhängern anzubieten, oder gleich ganz darauf zu verzichten und die Mitgliedschaft über die Eingabe der Telefonnummer zu verifizieren.
Ein solches Angebot habe ich eben auch in besagtem Supermarkt entdeckt. Als Inhaber einer Kundenkarte hatte ich dabei folgende Optionen: Ich konnte entweder eine Flasche Tomatensaft zum Preis von 6,99 $ erwerben, oder 2 Flaschen (identische Größe) für 5 $! Wie ich mich entschieden habe, kann sich ja jeder denken.
Das schöne beim Einkaufen in den USA ist, dass man hier die Einkäufe an der Kasse eingepackt bekommt. Normalerweise folgt zuvor die obligatorische Frage "Is plastic ok?", was soviel bedeutet, ob man damit einverstanden ist, dass der "Einpacker" Plastiktüten verwendet, oder ob man lieber Papiertüten hätte.
Bei älteren Personen ist es auch selbstverständlich, dass ein Angestellter des Supermarktes die Einkäufe zum Wagen bringt, um beim Einladen zu helfen.
Was man ebenfalls in fast jedem Supermarkt beim Bezahlen gefragt wird ist, ob man gerne noch Bargeld hätte. Statt dass man mühsam zur Bank oder zum nächsten "ATM" (=automated teller machine = Geldautomat) gehen muss, kann man so bequem sein Bargeld im Supermarkt beziehen. Nicht dass hier viele Banken ohnehin über einen drive-in Geldautomaten verfügen, so dass man noch nicht einmal aus dem Wagen aussteigen muss ...
Natürlich bekommt man auch fast täglich mit der Post einen ganzen Packen an Prospektmaterial in den Briefkasten. Nur gut, dass praktischerweise direkt neben dem Briefkasten eine große Mülltonne steht ...
Apropos Post: Eine klasse Sache ist es, dass in den USA der Briefträger nicht nur dafür zuständig ist, die Post zu bringen, sondern er nimmt auch die zum Versand fertige Post mit. Bei Einzelhäusern legt man dabei die frankierten Briefe einfach in die typische amerikanische Mailbox. Wenn der Briefträger dann die Post bringt, nimmt er diese auch gleich mit. Damit man nicht jedes Mal nachschauen muss, ob auch tatsächlich Post gekommen ist, klappt der Briefträger das sich an der Mailbox befindliche Fähnchen hoch.
Bei einem Appartementkomplex, wie dem unseren, sind die Briefkästen an einigen zentralen Plätzen angeordnet, wo sich dann auch ein Briefkasten zum Einwerfen der ausgehenden Post befindet.
Auch das Tanken läuft in den USA irgendwie anders ab, als man das von Deutschland aus gewohnt ist. In Deutschland fährt man normalerweise an die Tankstelle, tankt, geht in den Laden und bezahlt. Hier muss man für gewöhnlich bereits vor dem Tanken bezahlen. Dies kann entweder so stattfinden, dass man direkt an der Zapfsäule die Kreditkarte durchzieht und dann mit dem Tanken beginnt, oder aber man möchte doch tatsächlich mit Cash bezahlen. Dann heißt es zunächst in den Laden zu gehen, sich zu entscheiden, für wie viel man Tanken möchte, dem Tankwart das Geld zu geben und ihm zu sagen, auf welche Säule er den Betrag buchen soll. Dann geht man zurück und kann mit dem Tanken beginnen. Sollte man mehr bezahlt haben, als für was man tatsächlich getankt hat, muss man erneut in den Laden und sich das Restgeld geben lassen. Klingt ganz schön umständlich, aber wer bezahlt hier eigentlich noch mit Bargeld?!
Bargeld braucht man hier so gut wie gar nicht mehr. Überall werden Kreditkarten oder so genannte ATM- oder Debit-Karten (ähnlich der deutschen EC-Karte) akzeptiert. Auch macht hier keiner einen Aufstand, wenn man mit der Karte einen kleinen Betrag bezahlt. Nur in ganz wenigen Fällen, z.B. in einigen wenigen Restaurants oder Läden, wird keine Karte akzeptiert und man muss mit Bargeld bezahlen.
Das Umtauschrecht in den USA ist außergewöhnlich verbraucherfreundlich. In den meisten Geschäften hat man ein Umtauschrecht zwischen 14 Tagen und 3 Monaten. Dabei spielt es auch keine Rolle, warum man etwas umtauschen möchte. Die Policy, wie ein Artikel aussehen muss, wenn man ihn umtauscht, ist jedoch teilweise sehr unterschiedlich. So gibt es Läden, bei denen man Artikel nur im Originalkarton oder mit noch angebrachtem Etikett zurückbringen darf, wohingegen andere Ketten Artikel gnadenlos zurücknehmen. Walmart ist z.B. so ein Fall: Hier kann man 3 Monate lang alles zurückbringen und man braucht noch nicht einmal einen Kassenzettel. Auch wird nicht sonderlich geschaut, in welchem Zustand sich der zurückgebrachte Artikel befindet oder ob er bereits gebraucht ist.
Walmart kann sich diese Vorgehensweise jedoch nur leisten, da sie dies an ihre Lieferanten weitergeben. Walmart hat in den USA eine solche marktbeherrschende Stellung, dass es sich kaum ein Zulieferer leisten kann, nicht dort gelistet zu sein. Umgekehrt bedeutet dies jedoch, dass man sich damit den Regeln von Walmart unterordnen muss und die zurückgenommenen Artikel seinerseits zurücknehmen muss. Auch zeichnen sich die Walmart-Märkte dadurch aus, dass sie über keinerlei Lager verfügen. Da Walmart es sich jedoch nicht leisten kann, leere Regale zu haben, wird der Lagerbestand in Echtzeit über die Scannerkassen kontrolliert und jeder Lieferant verpflichtet sich, innerhalb einer gewissen Zeit - normalerweise innerhalb von 24 Stunden - für Nachschub zu sorgen.
Da die Arbeitskraft in den USA sehr günstig zu haben ist, lassen sich viele Geschäfte auch so einiges einfallen, um Kunden in ihre Läden zu locken. Albertsons beispielsweise macht momentan damit Werbung, dass sobald mehr als drei Leute an einer Kasse stehen, sofort eine weitere aufgemacht wird. In manchen anderen Geschäften, wie z.B. in den Elektronikgeschäften Circuit City oder Best Buy, wird man regelrecht von Verkäufern belagert, die sich wohl den ganzen Tag langweilen und sich freuen, wenn sie ab und zu mal etwas arbeiten können. Ständig wird man gefragt, ob man Hilfe braucht und falls man gerade keine benötigt, dass man sich jederzeit an den Verkäufer wenden kann, falls sich dies doch noch ändern sollte.
Dass sich das für die Geschäfte dennoch lohnt, liegt an dem niedrigen Mindestlohn, der meines Wissens nach in Kalifornien derzeit bei 6,75 $ (ca. 5,65 EUR) liegt. Dass dennoch einige Ketten nach Wegen suchen, die Anzahl ihrer Mitarbeiter weiter zu reduzieren, z.B. durch die Einführung von Kassen, an denen man seine Sachen selbst einscannen muss und dann mit Kreditkarte bezahlt, ohne dass man dazu einen Kassierer benötigt, ist mir unverständlich ... .

Sunday, September 24, 2006

Surfen in San Diego****

Dieses Wochenende sind Lisa und ich nach San Diego gefahren, um dort unsere ersten Surf-Stunden zu nehmen. Wenn man schon in Süd-Kalifornien lebt, dann muss man auch surfen können, so dachten wir, und wir haben uns kurzerhand bei einem Surf-Kurs eingeschrieben.

So sind wir dann Samstag morgens eine gute Stunde bis nach San Diego gefahren, was gerade mal 80 Meilen (ca. 130 km) von hier entfernt ist. Nicht dass es hier bei uns in der Gegend nicht auch genug Surf-Schulen geben würde, jedoch haben wir zufällig von dieser Schule erfahren und beschlossen, dass wir uns dieser Schule anvertrauen wollen.

Als wir in San Diego ankommen, parken wir auf einem der zahlreichen kostenlosen Parkplätze in der Stadt, ziehen unsere Neoprenanzüge an (ohne wäre das Wasser doch mit 65 Grad Fahrenheit (18 Grad Celsius) etwas kalt geworden mit der Zeit) und kurze Zeit später stehen wir auch schon am Strand und machen erst einmal Trockenübungen.

Das Wichtigste beim Surfen, so unser Surflehrer, ist das Aufstehen und so üben wir schön fleißig die richtige Abfolge: 1 - Oberkörper aufstellen, 2- linkes Bein nach vorne - 3 rechtes Bein im 90 Grad Winkel zum Brett. Und schon steht man in leicht gebückter Position auf dem Surfboard. Zumindest an Land!

Bald schon üben wir dies dann auch bereits im Wasser und was zunächst nur durch Festhalten des Brettes durch unseren Lehrer gelingt, können wir dann nach bereits einer Stunde alleine.
Nach 1 1/2 Stunden überlässt uns unser Lehrer dann für diesen Tag unserem Schicksal und wir üben noch ein wenig alleine weiter.

Abends gehen wir dann in das berühmte Gaslamp Quarter, das wegen seines Bestands an viktorianischen Häusern zum "historischen Distrikt" ernannt wurde. Hier nehmen wir in einem Restaurant unser Abendessen ein und kehren bald in unser Hotel (Good Night Inn San Diego SeaWorld) zurück. Surfen macht müde!

Gestärkt durch ein typisch amerikanisches Frühstück bei Denny's mit Würstchen, Speck, Eiern und Waffeln mit Sirup, treffen wir unseren Lehrer am nächsten Morgen erneut am Strand, um das am Vortag gelernte zu vertiefen.

Und was ich nicht geglaubt hätte, tritt tatsächlich bereits am zweiten Tag unseres jungen Surfer-Lebens ein: Am Ende des Tages (nach nur 2 x 1 1 /2 Stunden mit Lehrer und 2 x 1 Stunde Training alleine) sind wir tatsächlich in der Lage, uns selbständig eine gute Welle auszusuchen, kurz bevor die Welle kommt loszupaddeln und mit der Welle aufzustehen und zu surfen. Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn einen die Welle so ergreift und man mit einer ganz schönen Geschwindigkeit über das Wasser gleitet.

Für uns beide ist nach diesem Wochenende klar: Das wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir surfen gehen!

Wednesday, September 20, 2006

Mein 4. Führerschein!

Es ist vollbracht: Heute habe ich meine nun vierte Führerscheinprüfung gemacht und bestanden!

Nachdem es in den USA keinen Personalausweis gibt (und ein Amerikaner einen Reisepass nur beantragt, wenn er tatsächlich ins Ausland verreisen möchte), dient hier der Führerschein (neben seiner Funktion als Nachweis der Fahrerlaubnis) auch als Ausweis (deswegen heißt der Fühererschein hier auch Identification Card - kurz I.D.). Aus diesem Grund hat auch das Department of Motor Vehicles (kurz DMV) die Funktion eines Einwohnermeldeamtes. Zwar ist man als Amerikaner nicht dazu verpflichtet, sich irgendwo an- oder abzumelden, jedoch muss man seinen Umzug der Führerscheinstelle unverzüglich melden.

So bin ich - als Neubürger der USA - ebenfalls verpflichtet, innerhalb von 10 Tagen einen amerikanischen Führerschein zu machen (dies gilt im übrigen nicht für Touristen; als Tourist hat der deutsche Führerschein eine Gültigkeit von einem Jahr). Da spielt es auch keine Rolle, dass ich bereits einen deutschen Führerschein habe und leider sind die beiden amerikanischen Führerscheine, die ich vor Jahren bereits einmal gemacht habe abgelaufen. Um ein wenig Druck auszuüben, dass die Amerikaner tatsächlich ihren Wohnort ummelden (und dadurch die Adressdatei möglichst aktuell gehalten wird), verfällt der amerikanische Führerschein nämlich nach einer gewissen Zeit. Wer es dann versäumt, sich innerhalb einer gewissen Zeit erneut registrieren zu lassen, der muss seinen Führerschein komplett neu machen.

Der amerikanische Führerschein besteht dabei - wie in Deutschland - aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Dazu habe ich mir bereits vor einigen Tagen das Handbuch des DMVs besorgt und heute morgen durchgelesen. Da ich weiß, dass gerne Zahleninformationen abgefragt werden, präge ich mir diese besonders gut ein.

Mit meinem an einem Vormittag angeeignetem Wissen fahre ich dann nach Santa Ana zu einer der DMV-Stellen hier in der Nähe. Besonders praktisch ist dabei, dass sämtliche DMVs die in der jeweiligen Stelle gerade vorherrschenden Wartezeiten in Echtzeit im Internet bekannt geben. So suche ich mir natürlich ein DMV aus, das hier ganz in der Nähe ist und eine Wartezeit von nur 1 Minute angibt.

Als ich dort ankomme ist es auch tatsächlich so und ich werde sofort einem Schalter zugewiesen. Dort fülle ich zunächst ein Formular aus, gebe meine Social Security Number ab und zeige meine Permanent Resident Card vor, werde fotografiert und bekomme meine Fingerabdrücke abgenommen. Ach ja, bezahlen musste ich ja auch noch: 26 $! Und das nicht etwa, weil ich bereits einen Führerschein besitze. Nein, ein Führerschein kostet in den USA tatsächlich so wenig!

Dann geht es weiter in ein Nebenzimmer, wo ich einen Testbogen mit 36 Fragen in die Hand gedrückt bekomme, den ich ausfüllen muss. Hierbei handelt es sich um Multiple Choice Fragen, die keineswegs ganz einfach zu beantworten sind, da sich doch einige Verkehrsregeln hier in den USA grundlegend von denen in Deutschland unterscheiden. Eine Beispiel hierfür ist, dass man beim Rechtsabbiegen (was man ohnehin auch bei Rot tun darf) zwingend den sich meist daneben befindlichen Radweg benutzen muss, um den nachfolgenden Verkehr nicht zu behindern.

Zugegeben: Viele Fragen kann man sicher auch mit gesundem Menschenverstand beantworten und immerhin darf man auch 6 Fehler machen, ohne dass man durchfällt. Ich bestehe mit 0 Fehlern.

Daraufhin bekomme ich mitgeteilt, dass ich aufgrund meiner (zwar abgelaufenen) Driver License aus Colorado keine praktische Prüfung mehr machen muss. Auch gut. Gerne hätte ich den Prüfern aber auch noch bewiesen, dass ich nach nun 17 Jahren Fahrpraxis (meinen ersten Führerschein habe ich mit 16 Jahren in den USA gemacht) auch tatsächlich Auto fahren kann.

Ich bekomme einen vorläufigen Führerschein ausgestellt und mitgeteilt, dass ich den richtigen in 2 bis 3 Wochen mit der Post zugeschickt bekomme.

Abschließend möchte ich noch zwei Abschnitte aus dem offiziellen California Drivers Handbook zitieren, die mich doch etwas zum schmunzeln gebracht haben:

"Adjust your seat before you put on your seat belt. You should sit high enough to see the road." ...

"Things you must not do: ... Do not shoot firearms on a highway or at traffic signs."

Sunday, September 17, 2006

Ausflug nach Pasadena* und Venice Beach****

Heute bin ich früh morgens nach Culver City gefahren (ca. 50 Meilen von hier), wo ich mich mit einer Freundin getroffen habe. Frederique ist eine Französin, die eigentlich in Paris wohnt und arbeitet und die ich kurz vor meinem Abflug in die USA noch in Paris besucht habe. Momentan befindet sie sich jedoch für 4 Wochen in Los Angeles, lebt dort in einer Gastfamilie und besucht eine Sprachschule. Dadurch hat sie mittags häufig frei, es sei denn, sie hat Tennisstunden. So bietet es sich gerade zu an, dass wir häufiger etwas zusammen unternehmen, so wie zum Beispiel heute.

Zunächst sind wir nach Pasadena gefahren, eine Stadt, die ca. eine halbe Autostunde von Los Angeles entfernt ist. Sie wurde bereits 1875 gegründet, weshalb deren Einwohner besonders auf die sogenannte "Altstadt" stolz sind, mit Häusern vom Ende des 19. Jahrhunderts.

Naja, aus Sicht eines Europäers relativiert sich das Alter jedoch etwas und als wir durch das Zentrum von Pasadena schlendern, muss ich zwangsläufig an eine Stadtführung durch Villingen denken, die ich gemeinsam mit einer Freundin kurz vor meiner Abreise gemacht habe. Villingen ist dabei immerhin knappe 1000 Jahre älter (erste urkundliche Erwähnung im Jahre 817 n. Chr.).

Daneben hat Pasadena jedoch einige sehr nette Läden, die sich von den üblichen Einkaufszentren hier in den USA erfrischend positiv absetzen. Nachdem sich jedoch auch Frederique mit ihren Einkäufen zurückhält, sind wir in Pasadena relativ schnell fertig und beschließen an die Küste zu fahren. Dabei wählen wir eine Route, die ich bereits einmal vor Jahren gefahren bin. Diese führt uns von Pasadena über den Interstate 210 und später über den Highway 101 schnurgerade nach Westen. Bei Woodland Hills biegen wir ab auf den Highway 27, der durch die Santa Monica Mountains führt und damit den Highway 101 mit dem berühmten Highway No 1 (Pacific Coast Highway - kurz PCH) verbindet.

Etwa auf halber Strecke machen wir halt, um etwas zu essen. Mehr durch Zufall (und da es das einzige Restaurant auf dieser Strecke ist) halten wir am "Pat's Topanga Grill" - einem wirklich sehr schönen und rustikalen Restaurant mit toller Terrasse. Hier essen wir einen Cheseburger mit Coleslow und selbstgemachten French Fries (wie sie seit kurzem nun ja auch wieder offiziell genannt werden dürfen; vorher wurden sie aufgrund eines Beschlusses vom amerikanischen Kongress seit der Nicht-Teilnahme Frankreichs am Irak-Krieg und der daraus resultierenden anti-französischen Stimmung offiziell "Freedom Fries genannt").

Kurz darauf fahren wir weiter und den Highway 1 der Küste entlang, vorbei an Santa Monica und runter nach Venice Beach.

Venice Beach zeichnet sich vor allem durch seine vielen interessanten Charaktere und die vielen Verkaufsstände und Geschäfte aus, die sich entlang der Küstenpromenade erstrecken. So findet man hier Künstler und Handwerker, die ihre Bilder oder ihren Schmuck verkaufen wollen, aber auch viele touristische Geschäfte, die T-Shirts und andere Sachen anbieten. Daneben finden sich natürlich auch jede Menge Kneipen, Imbissbuden, Obstverkäufer etc.

Da wir etwas weiter östlich parken, sind wir zunächst jedoch etwas weg von diesem Trubel. Es lohnt sich jedoch auf jeden Fall, seinen Spaziergang entlang der Kuste bereits dort zu beginnen, da hier sehr interessante und ausgefallene Häuser stehen, die es lohnt anzusehen.



Venice Beach ist ein wirklich sehr bunter und verrückter Ort. So verbringen wir dort auch einen großen Teil des Nachmittags, essen etwas frisch zubereitetes und portioniertes Obst, schauen den Bodybuildern und Rollschuhfahrern am Strand beim Trainieren zu und lassen uns treiben ...



Schnell ist es Abend geworden und nachdem die Sonne untergegangen ist, gehen wir noch in ein typisches amerikanisches Denny's Restaurant, bevor ich Frederique nach Hause bringe und dann selbst noch ca. 50 Minuten mit meinem Auto bis zurück nach Irvine fahre.

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Tuesday, September 12, 2006

Autokauf

Seit heute bin ich endlich wieder im Besitz eines Autos. Nicht dass ich die ersten Tage hier in den USA zu Fuß gegangen wäre, aber nach einer Woche konnte ich heute meinen für die Anfangszeit reservierten Mietwagen zurück bringen und mir somit ab sofort die Gebühren hierfür sparen.

Wegen der großen Distanzen ist man in den USA nahezu aufgeschmissen ohne Auto. Alles wird hier mit dem Auto erledigt: der fast tägliche Einkauf (obwohl wir es hier wirklich mit unserer Wohnung klasse erwischt haben, da wir tatsächlich zu einem Supermarkt zu Fuß nur eine Minute laufen müssen), Bankgeschäfte (natürlich ohne das Auto zu verlassen vom Drive-In Bankschalter aus), Restaurantbesuche, ...

Eigentlich ist es ja auch kein Wunder, da die Distanzen hier einfach etwas größer sind als in Deutschland. Wenn ein Amerikaner einen Freund besucht, sind beispielsweise eine Stunde fahrt rein garnichts. Wenn er sonntags einen Ausflug in einen der Nationalparks oder zu einem Freizeitpark unternimmt, fährt er auch gerne mal 4 Stunden hin und 4 Stunden wieder zurück.

Als mir Lisa erzähl hat, dass ein Arbeitskollege von ihr seinen Zweitwagen gerne verkaufen möchte, war mir sofort klar, dass ich dieses Auto haben wollte. Hierbei handelt es sich um einen Ford Taurus (heißt in Deutschland Mondeo), Baujahr 2001, mit 80.000 Meilen (für amerikanische Verhältnisse ganz normal, zumal wir hier ein sehr trockenes Klima haben). Der Wagen ist silberfarben, hat 4 Türen, 3,0 Liter, 6 Zylinder und natürlich eine Automatik-Schaltung. Zugegeben, nicht das coolste Auto auf der Welt (besonders im Vergleich zu meinem Jeep zumindest, den ich in Deutschland gerade verkaufen musste), jedoch für den Anfang sicher nicht verkehrt.

Zudem spare ich dadurch erst einmal jede Menge Geld, das ich in der Anfangszeit sicher gut gebrauchen kann. Dadurch dass ich den Wagen zu einem wirklich sehr günstigen Preis kaufen konnte, bleibt mir ein Großteil des Geldes, das ich für mein in Deutschland verkauftes Auto bekommen habe. Später, wenn ich erst einmal einige Zeit hier in den USA gelebt und gearbeitet habe, kann ich mir immer noch ein anderes Auto zulegen.

Außerdem bin ich mit dem Auto wirklich sehr zufrieden. Erst recht, nachdem ich es zu einem dieser Waschplätze gebracht habe, wo man eine Wagenwäsche von Hand bekommt. Die Investition war es wirklich wert: Nachdem zwei Leute meinen Wagen ca. 1 1/2 Stunden sehr intensiv bearbeitet haben und den Wagen innen und außen gewaschen, die Polster gereinigt, die Armaturen aufgefrischt, die Matten gereinigt und von Außen gewachst und poliert haben, sieht er wieder fast aus wie neu.

Auch die Versicherung für dieses Auto habe ich wirklich sehr günstig bekommen. So habe ich noch am selben Tag bei Farmers Insurance eine Versicherung abgeschlossen (Haftpflicht), die mich lediglich 230 $ (ca. 190 EUR) pro halbes Jahr kostet (30 $ muss ich extra bezahlen, da ich hier versicherungstechnisch als Fahranfänger eingestuft werde).

Als ich das erste mal zur Tankstelle fahre und den Wagen voll tanke, bin ich ebenfalls positiv überrascht. So liegt mein Auto mit ca. 9 Liter pro 100 Kilometer vom Verbrauch her eher im Mittelfeld, aber bei einem Benzinpreis in Kalifornien von mittlerweile wieder 2,65 $ / gallon (= 0,58 EUR / Liter) macht das Tanken hier im Vergleich zu Deutschland wieder richtig Spaß!

Sunday, September 10, 2006

Die ersten Tage ...

Vom Flughafen zu unserem Appartement sind es nur wenige Minuten und so befinde ich mich kurz nach der Landung auch schon in unserer Wohnung. Nach einem kurzen Abendessen und einem Bier gehe ich jedoch sehr schnell ins Bett, war ich dann doch immerhin 24 Stunden auf den Beinen und in Deutschland wäre ich um diese Uhrzeit bereits gerade wieder aufgestanden (7.30 Uhr).

Am nächsten Morgen stehe ich ganz normal auf und habe kaum Probleme mich auf die Zeitverschiebung einzustellen. Dies war bei mir normalerweise bei Flügen in die USA immer so, da man meistens abends ankommt und dann gleich schlafen gehen kann. Anders sieht es bei mir mit Flügen von den USA nach Deutschland aus: Häufig bin ich so um die Mittagszeit gelandet und habe dann versucht mich bis abends wach zu halten, was meist nicht geklappt hat. Im Laufe des Tages bin ich dann meist eingeschlafen und nachts wieder aufgewacht, was meinen Rhythmus dann endgültig durcheinander gebracht hat.

Da Lisa arbeiten muss, mache ich mich auch bald auf den Weg, um meine ersten Besorgungen zu erledigen. Für mich gilt es zunächst mein Zimmer einzurichten. Und wo könnte man das besser tun als bei Ikea? Ikea ist auch in den USA mittlerweile sehr beliebt und so gibt es über das Land verteilt bereits 28 Läden, 6 weitere sind gerade in Planung. Acht davon sind alleine in Kalifornien und einer davon ist nur 10 Minuten von hier entfernt.

Der Ikea zu dem ich fahre, sieht nicht nur von außen so aus wie in Deutschland, sondern es ist auch Ikea drin ... Selbst die Maßangaben sind im amerikanischen Ikea, neben den amerikanischen Angaben, auch sämtliche im metrischen System angegeben. So finde ich auch schnell ein Bett, zwei Nachttische und zwei Lampen und verbringe den restlichen Tag damit, die Sachen zusammenzubauen.

Am Abend, als Lisa nach Hause kommt, sieht mein Zimmer schon recht eingerichtet aus und so beschließen wir uns, noch eine weitere für mich wichtige Erledigung zu machen: Abends fahren wir also noch in eine hier ganz in der Nähe gelegene Shopping Mall, wo ich bei Verizon einen Handy-Vertrag abschließe und somit auch wieder telefonisch zu erreichen bin. Daneben nutze ich noch eine Prepaid-Card von tel3advantage, mit der man relativ günstige Telefonate nach Deutschland führen kann (3 c pro Minute vom Handy aus!).

Da es hier in den USA keinen Unterschied zwischen der Vorwahl für Festnetz und Mobiltelefon gibt (beides hat hier die Ortsvorwahl 949), ist es auch nicht möglich, diese bei einem Anruf zu unterscheiden. Dies wiederum bedeutet, dass Anrufe gleich günstig sind, d.h. es macht keinen Unterschied, ob man von Deutschland aus auf einem Handy oder einer Festnetz-Anschluss anruft (also keine Scheu beim Anrufen - es fallen ganz normale Festnetzgebühren an).

Um besonders sparsam zu sein, kann man aus Deutschland eine Vor-Vorwahl wählen, die man z.B. ueber Billiger-Telefonieren.de für die jeweilige Tageszeit ausfindig machen kann (außerdem gibt es ab sofort auf meinem Blog auf der rechten Seite eine kleine Tabelle mit dem jeweils günstigsten Tarif). So kostet ein Anruf bei mir in den USA (auf dem Handy!) meist nur 1 Cent pro Minute, was damit mindestens um die Hälfte günstiger ist als ein Ortsgespraech und dreimal günstiger als ein Ferngespräch in Deutschland mit der Deutschen Telekom.

Am nächsten Tag habe ich ein Konto bei der Bank of America eröffnet und bekomme in einigen Tagen Schecks (eine nach wie vor sehr verbreitete Zahlungsweise in den USA) und eine Visa-Karte zugeschickt.

Gerade bei der Kreditkarte bin ich mir nicht sicher gewesen, ob ich sie so einfach bekommen würde. Wie in Deutschland legt man in den USA sehr viel wert auf die sogenannte "Credit History". Ähnlich wie die Schufa in Deutschland wird hierbei die Kredit-Vergangenheit abgefragt. Da ich jedoch in den USA noch gar keine habe, bin ich zunächst einmal als nicht kreditwürdig eingestuft und kann aus diesem Grund auch erst einmal nur eine Kreditkarte mit Guthabenkonto bekommen.

Wie ich jedoch weiß, ändert sich das sehr schnell - andere Kreditkartenfirmen werden bald Anträge schicken und so kann man sich seine Kreditwürdigkeit langsam aufbauen. Dies ist in den USA auch notwendig, da die Kredit-Vergangenheit nicht nur wichtig ist, um einen Kredit aufzunehmen, sondern auch abgefragt wird, wenn man eine Wohnung mieten oder einen Handy-Vertrag abschließen möchte (meinen Handy-Vertrag konnte ich beispielsweise auch nur mit Zahlung einer Kaution in Höhe von 400$ abschließen).

Da wir Freitag Abend bereits die ersten Gäste zu uns eingeladen haben (zwei Freunde von Lisa, die auch hier in der Nachbarschaft wohnen), hat Lisa von einer Arbeitskollegin einen Gas-Grill mitgebracht, den wir ihr günstig abkaufen konnten. Unseren ersten gemeinsamen Gästen wollen wir ein deutsches BBQ mit Würstchen und Kartoffelsalat bieten ...

So bin ich mittags in die "Old World" gefahren - einer Ansammlung von deutschen Geschäften, wo man viele deutsche Produkte kaufen kann. So gibt es beispielsweise einen Bäcker und einen Metzger, aber auch einen Supermarkt, wo es deutsche Lebensmittel gibt. Als ich beim Metzger die Würstchen bestellt habe, hat mich die Verkäuferin sogar auf deutsch angesprochen!

Der Abend hat allen sehr gut gefallen und so beschließen wir am nächsten Tag nochmals zu Ikea zu fahren, wo wir einen Tisch und 4 Stühle kaufen, so dass wir zukünftig immer draußen sitzen können, ohne den Wohnzimmer-Tisch raustragen zu müssen.

Als wir mit dem Aufbau fertig sind, gefällt uns unsere Terrasse so gut, dass wir gleich wieder den Grill anwerfen, um die vom Vorabend übriggebliebenen Reste zu essen.


In den darauffolgenden Tagen haben wir dann meist immer gegrillt und sind draußen gesessen ...

Heute hat Lisa frei und so haben wir das gute Wetter genutzt, um zum Strand zu fahren. Ok, das mit dem "guten Wetter genutzt" war ein Witz, da wir hier wirkich kein gutes Wetter ausnutzen müssen, da hier meist schönes Wetter ist. Seit ich hier angekommen bin (vor 5 Tagen), war eigentlich immer schönes Wetter.

Von unserem Wohnort aus erreichen wir 3 sehr schöne Strände innerhalb von 15 Minuten. Mein absoluter Lieblingsstrand ist jedoch Newport Beach (ganz am Ende, kurz vor Huntington Beach), zu dem wir dann auch gefahren sind.

Hier stehen in unmittelbarer Nähe zum Strand sehr schöne kleine Häuser. Dort wählen wir einen Strandabschnitt, an dem sich besonders viele Surfer aufhalten, denen es Spaß macht zuzuschauen.

Leider kann ich nicht so lange bleiben, da ich mittags noch zum Flughafen muss, um eine Freundin vom Los Angeles Airport abzuholen und zu ihrer Gastfamilie zu bringen ...


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Tuesday, September 05, 2006

Jetzt wird es ernst!

Nach Wochen und Monaten der Vorbereitung ist es heute so weit: Es ist der 5. September 2006 - der Tag, auf den in den letzten Monaten alles hinaus lief. Jetzt heisst Abschied nehmen von Deutschland - wer weiss - vielleicht fuer immer ...

Die Wohnung ist gekuendigt, die Koffer sind gepackt und nun kann es endlich losgehen. Auf in ein neues Leben, in eine neue Umgebung mit neuen Menschen und einer anderen Sprache, mit einem neuen Job, einer anderen Kultur und Mentalitaet. Nun wird ein seit fast 20 Jahren gehegter Traum endlich wahr und ich ziehe in die USA, einem Land, dem ich seit fruehester Kindheit verfallen bin. Einem Land mit freundlichen Menschen, einer grossartigen Landschaft, mit tollen Nationalparks, grossen Autos und breiten Highways, mit Fast Food und Drive-In Banken.

Fuenf Tage zuvor habe ich meine Wohnung uebergeben, musste die letzten Sachen entsorgen und einen Teil meiner Sachen verschicken. Letztlich sind gerade mal drei Koffer und sieben Pakete uebrig geblieben - mein 33 jaehriges Leben, reduziert auf ein Minimum. Sieben Pakete habe ich dann aber doch benoetigt, um Dinge zu verschicken, von denen ich mich nicht trennen wollte oder konnte - Fotoalben, Dias oder andere Erinnerungen, aber auch die Unterlagen fuer das Finanzamt (schliesslich muss ich dieses Jahr ja nochmals eine Steuererklaerung machen) oder Vericherungsbescheinigungen.

Zum Glueck war die Frau auf der Post sehr gnaedig mit mir. Hatte ich doch versucht das Maximum auszunutzen und die Umzugskartons bis an das Limit - oder eben sogar etwas darueber - ausgeschoepft. So brachte ich meine Pakete also auf die Post, nachdem ich zuvor auf der Muelldeponie meine letzten Sachen entsorgt hatte und musste feststellen, dass fuenf der sieben Pakete ueber 20 kg wogen. Die Dame auf der Post drueckte jedoch ein Auge zu. Und sie musste es immer fester zudruecken, da es von Paket zu Paket schlimmer wurde ... Haette sie auf den Hoechstgrenzen bestanden, haette ich im schlimmsten Fall saemtliche Pakete nochmals oeffnen und umpacken muessen.

In den letzten Tagen vor meiner Abreise besuchte ich zum Abschied eine Freundin in Freiburg und fuhr danach weiter zu meiner Mutter, wo ich weitere zwei Tage verbrachte. Da ich mich bereits seit Wochen auf meine Abreise vorbereitet habe, hatte ich die Moeglichkeit, mich von vielen meiner Freunde persoenlich zu verabschieden. Neben meinen anderen Vorbereitungen, die ich nach der Arbeit erledigte, war ich so auch fast jedes Wochenende unterwegs und fuhr nach Friedrichshafen, Freiburg, Saarbruecken, Schwetzingen, Paris, Muenchen, Frankfurt, ...

Auch habe ich mit meinen Freunden und Arbeitskollegen in Villingen intensiv Abschied gefeiert und diverse nette Abende mit ihnen verbracht. Auch wenn ich froh bin, dass der Lebensabschnitt in Villingen nun vorbei ist, hat mir die Zeit dort sehr viel Spass gemacht, was hauptsaechlich auf die Menschen dort zurueckzufuehren ist. So klein Villingen doch ist, wir haben es uns doch irgendwie immer sehr schoen gemacht und ich werde zumindest einige Personen dort sehr vermissen.

In den letzten Tagen habe ich so viel zu tun gehabt, dass ich eigentlich selten daran gedacht habe, was heute vor mir steht. Als ich nun in der Boing 767 sitze und die Maschine auf der Startbahn zum Abflug beschleunigt, wird es mir nun bewusst: Es geht los - auf nach Amerika!

Mein Flug dauert 11 1/2 Stunden und fuehrt mich zunaechst nach Las Vegas, wo ich in die USA einreise. Irgendwie bezeichnend, dass ich ausgerechnet hier mein neues Leben in den USA beginne. Ich hoffe, dass ich mit meiner Entscheidung richtig gesetzt habe und ich in meiner neuen Heimat viel Glueck haben werde ...

Die Zeit bis zu meinem Weiterflug vergeht sehr schnell. Zunaechst muss ich offiziell in die USA einreisen. Fuer mich bedeutet dies, dass ich mich in der Schlange fuer US residents anstelle (statt in der fuer Touristen, die immer hoffnungslos ueberfuellt ist) und nach nur 5 Minuten (inklusive Wartezeit) ist alles vorbei. Ich haette nicht gedacht, dass es so schnell gehen wuerde, war ich doch darauf gefasst, dass ich von dem Officer intensiv befragt werden wuerde. Eigentlich sieht das Gesetz es naemlich vor, dass man spaetestens 6 Monate nach Aktivierung der Greencard in die USA einreisen muss. Da es jedoch nicht immer moeglich ist, innerhalb dieser Frist sein ganzes Leben abzuwickeln und mit Sack und Pack in die USA umzuziehen, haben die Beamten meist dafuer Verstaendnis, wenn es etwas laenger dauert (in meinem Fall waren es seit dem Erhalt der Greencard 8 Monate). Dass es jedoch so problemlos funktionieren wuerde, haette ich nicht gedacht. Der Beamte hat mich lediglich kurz gefragt, wie lange ich weg war (da ich ja offiziell seit dem Erhalt der Greencard meine Heimat nun in den USA habe). Ich antwortete ihm unverbindlich "A couple of months" und damit war er dann auch zufrieden. Die restliche Zeit, die er benoetigte, um den Papierkram zu erledigen, sprach er mit mir ueber das Wetter in Deutschland.

Auch nach der Einreise geht alles sehr schnell weiter: Jeder Passagier muss seine Koffer abholen und damit durch die Zollabfertigung gehen, was daraus besteht, dass man die im Flugzeug bereits ausgefuellte Zollerklaerung abgibt und das war's.
Die restliche Wartezeit in Las Vegas geht auch sehr schnell vorbei, da es selbst auf dem Flughafen sehr viel zu sehen gibt. So stehen beispielsweise bereits am Flughafen ueberall Spielautomaten, an denen man das erste Geld verspielen kann. Ich habe es vorgezogen, einen Hot Dog zu essen, da es bei meinem Weiterflug mit der Southwest Airline sicher nichts zu essen geben wuerde.

So war es dann auch und da der Flug sogar kuerzer als ueblich dauerte (nur 30 Minuten) und es zudem einige Turbolenzen gab, hatten die Flugbegleiter nicht einmal Zeit Getraenke zu servieren.

Nach meiner Landung in Orange County (John Wayne Airport), ging ich zur Gepaeckausgabe, wo mich Lisa bereits erwartete. Leider kam jedoch nur einer meiner beiden Koffer an, was mich jedoch nicht weiter beunruhigte, da es nicht das erste mal war, dass ich so etwas erleben musste. So gingen wir also zu dem Buero fuer verlorengegangenes Gepaeck, ich fuellte ein Formular aus und wir holten meinen Mietwagen ab, den ich fuer den Anfang erst einmal reserviert hatte.

Meinen verloren gegangenen Koffer, der mit der naechsten Maschine von Las Vegas mitkam, holte ich dann am naechsten Morgen vom Flughafen ab. Normalerweise haette die Airline den Koffer auch direkt zu mir nach Hause gebracht, jedoch ist der Flughafen nur 10 Minuten entfernt und ich hatte ohnehin dort in der Naehe noch etwas zu tun. Ausserdem bekam ich fuer meine Muehe, den Koffer selbst abzuholen, von der Fluglinie einen Gutschein ueber 75$. Besonders interessant fand ich dies, da mein Flug mit der Airline von Las Vegas nach Orange County lediglich 50$ gekostet hatte ... Nicht schlecht, ein Gutschein ueber 75$, bei einem Flugpreis von 50$... Willkommen in den USA!