Wednesday, June 28, 2006

Die Wohnung wartet schon ...

Seit heute fühle ich mich schon fast wie ein Bewohner der USA - zumindest habe ich seit vergangenem Wochenende eine Wohnung und damit eine Adresse in den USA!

Lisa - eine gute Freundin von mir und meine zukünftige Mitbewohnerin - hat für uns innerhalb von wenigen Tagen eine Wohnung gesucht und etwas passendes in Irvine (Orange County, California) gefunden. Die Wohnung beseht aus 2 Schlafzimmern, 2 Badezimmern, großem Wohn-/Eßzimmer und einer kleinen Küche. Sie liegt im Erdgeschoss (in Kalifornien eh besser, da kühler), verfügt über eine eigene Eingangstür, hat eine kleine Veranda und sogar einen kleinen eigenen Garten vor der Tür.

Das Appartment befindet sich auf einem Wohnkomplex mit 2 stöckigen Gebäuden und verfügt über 2 Poolanlagen mit jeweils einem Schwimmbad und einem Whirlpool. Die gesamte Anlage ist sehr grün, mit vielen Bäumen und Pflanzen und befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Einkaufszentrum, einem Golfplatz und einem Park mit See.

Irvine stellt für mich eine ideale Lage dar, da die Stadt weiter nördlich als beispielsweise Laguna Beach und damit näher am Zentrum von Los Angeles gelegen ist. Einerseits ist Irvine mit 180.000 Einwohnern selbst bereits eine große Stadt und man ist auch schnell in den benachbarten Zentren Santa Ana, Anaheim oder Huntington Beach, andererseits ist man jedoch auch nur 10 km vom Strand entfernt.

Irvine wurde erst im Dezember 1971 gegründet und von einem privaten Unternehmen, der Irvine Company, vollständig geplant und aufgebaut. Bis heute besteht Irvine aus 17 Stadtbezirken; da der Bevölkerungs- und Wirtschaftszuwachs weiterhin anhält, sind neue Stadtteile bereits in Planung.

Irvine ist eine sehr junge Stadt - nur ca. 20 Prozent der Bevölkerung ist über 55 Jahre alt. Dies wird noch dadurch verstärkt, dass Irvine eine Universitätsstadt ist, mit mehreren bedeutenden Universitäten. In Irvine befindet sich ein Campus der University of California, der University of Southern California, der Alliant International University sowie der Concordia University und des Irvine Valley Colleges.

Seit Mitte der neunziger Jahre zieht es vor allem immer mehr IT- und Hightech-Unternehmen nach Irvine, wie z.B. Google, Toshiba, Allegan oder Verizon. Dadurch ist es der Stadt gelungen, die Arbeitslosigkeit mit 3,2 Prozent noch unter dem US-Durchschnitt von 4,4 Prozent zu halten!

Umgekehrt ist Irvine jedoch auch eine der sichersten Städte der USA. Nach Angaben einer vom FBI veröffentlichten Statistik steht Irvine auf Platz eins aller großen amerikanischen Städte über 100.000 Einwohnern. So vermeldet Irvine lediglich 82 Straftaten pro 100.000 Einwohner, wo hingegen St. Louis, welche auf der selben Liste als gefährlichste Stadt der USA eingeschätzt wird, 2.207 Straftaten pro 100.000 Einwohner aufweist.

Dies sind alles sehr beruhigende Zahlen und sicher gute Voraussetzungen für einen Start in ein neues Leben!

Nun muss ich mich jedoch noch zwei Monate gedulden, bis ich mein Zimmer in Irvine, California endlich einrichten kann ... .

Monday, June 26, 2006

Deutschland, die Fussball-WM und seine Bären

Schade Deutschland, dass Du es mir nun doch so leicht machst ...

Heute wurde in den Nachrichten folgende Nachricht verkündet: "Der seit Wochen im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet umherstreunende Bär ("Bruno") wurde am frühen Montagmorgen in der Nähe des Spitzingseegebiets im Landkreis Miesbach erschossen. Der junge Bär aus dem italienischen Trentino wurde gegen 4.50 Uhr in der Nähe der Rotwand erlegt. Der erste Schuss auf das Tier aus rund 150 Meter Entfernung sei tödlich gewesen. Zum verwendeten Kaliber und zur Identität des Schützen wurden keine Angaben gemacht."

Nachdem Deutschland sich in den letzten Wochen vor meiner Abreise von seiner besten Seite gezeigt hat, kommt heute eine Nachricht, die mich daran erinnert, warum ich schon immer aus Deutschland in die USA auswandern wollte.

Nun aber der Reihe nach: Deutschland ist Gastgeber der Fussball-Weltmeisterschaft 2006 und die Stimmung in Deutschland ist einfach toll. Die deutsche Nationalmannschaft
spielt klasse und was noch wichtiger ist - die Bilder, die von Deutschland aus in die ganze Welt gehen sind einfach toll für das bisher eher negative Image Deutschlands! Deutschland zeigt sich der Welt als ein Land, wie viele Nationen es bisher noch nicht gekannt haben: Deutschland ist gastfreundlich, fröhlich und das Wetter ist schön. Das von Werbern erfundene Motto wird von einem Land und seinen Bewohnern mit Inhalt gefüllt: "Die Welt zu Gast bei Freunden".

Bilder gehen um die Welt, die mich stolz machen, dass ich hier geboren bin. Vergessen die Zeiten, wo ich vor verschlossenen Türen stand und mir dahinter jemand grinsend zu verstehen gegeben hat, dass der Laden bereits um 6:00 Uhr schließt (und es war erst fünf Minuten vor sechs). Vergessen die Zeit, wo ich in einem Geschäft mit einem freundlichen "Entschuldigung" nach einem Artikel gefragt habe, dann eine brummige Antwort bekommen habe, dass ich mal "in dem letzten Gang auf der rechten Seite" schauen sollte - wo ich natürlich nichts fand ... . Wie sehr habe ich damals die USA beneidet, wo die Geschäfte teilweise 24 Stunden geöffnet haben ... .

Ok, man wirft den Amerikanern häufig vor, dass sie oberflächlich seien ... So what? Mir ist eine amerikanische Verkäuferin immer noch lieber, die sich nach meinem Befinden erkundigt, mit mir dadurch ins Gespräch kommt, mir gut gelaunt meine Einkäufe einpackt und gegebenenfalls dann sogar noch zum Auto bringt, als eine schlecht gelaunte deutsche Verkäuferin, die mir gleich beim Betreten des Ladens zu verstehen gibt, dass ich ihr nur Mühen mache, mich noch nicht einmal begrüßt und wenn ich mal eine Frage habe, meistens bei ihren Kolleginnen steht und sich über ihr vergangenes Wochenende unterhält. Was ich nie verstanden habe ist, dass die amerikanische Verkäuferin auch noch ein vielfaches weniger verdient, als ihre deutsche Kollegin ...

Was aber nun mit dem Abschuss von Bruno (dem Bären) geschehen ist, zeigt mir mal wieder deutlich die Mentalität der Deutschen. In den USA habe ich es stets genossen, mich in der Natur aufzuhalten. Die Amerikaner verstehen es, dass die Natur ein Teil von uns ist, uns viel zu bieten hat (z.B. in Form von Freizeitwert) und umgekehrt muss man aber auch damit leben, dass Natur auch Natur bedeutet - mit all seinen Bewohnern.

Bereits als ich mit 16 Jahren das erste mal in Colorado war, wurde mir beigebracht, dass in einem Wald auch Bären und Wölfe unterwegs sind und dass man sich dementsprechend zu verhalten hat. Nur in Deutschland stellt leider ein Bär eine so große Bedrohung dar, dass man ihn sofort abschießen muss, um den sterilen Zustand einer so genannten Kulturlandschaft zu erhalten.

Dass die Bürgermeister der umliegenden Ortschaften nun darum streiten, wer den Kadaver des Tieres erhält, um ihn als Touristenattraktion ausstopfen zu lassen, macht mich traurig. Nicht nur weil ich seit Jahren die Initiative "Bärensache - Ehrensache" der Stiftung Europäisches Naturerbe, die sich um die Wiederansiedelung von Bären kümmert,
mit einer Bärenpatenschaft unterstütze. Nicht nur weil ich schon immer eine besondere Verbundenheit zu Bären empfunden habe - nicht zuletzt weil mein Name "Björn" aus dem schwedischen kommt und übersetzt "Bär" bedeutet. Nein, weil Deutschland für mich damit wieder einmal bewiesen hat, dass es von engstirnigen Beamten und Politikern regiert wird.

Armer Bär! Noch ärmeres Deutschland!

Saturday, June 24, 2006

Verkaufen, verkaufen und kein Ende ...

Um auswandern zu können, bedarf es im Vorfeld einer guten Organisation und viel Durchhaltevermögen: Versicherungen und Mitgliedschaften müssen gekündigt, Behörden informiert und jede Menge Sachen verkauft werden. Vor kurzem habe ich beispielsweise meinen Jeep Wrangler verkauft - ein Auto, von dem ich schon lange geträumt habe - und diesen Traum habe ich mir damals mit dem Kauf erfüllt!

Als ich ihn bei Autoscout24 eingestellt habe, dachte ich nicht, dass ich ihn nach nur 4 Tagen in die Hände eines anderen geben würde - schließlich sind damals bis zu meinem Abflug immerhin noch knapp 3 Monate gewesen. Dass ich es dann doch gemacht habe, liegt daran, dass ich einen sehr guten Preis erzielt habe. Das Geld wird mir bei meinem Start in den USA sicher sehr helfen und dafür gehe ich dann auch (gerne) mal drei Monate zu Fuß.

Was es ansonsten noch so zu tun gibt, kann man sich kaum vorstellen: Jede Versicherung muss gekündigt oder deren Gültigkeit auch für die USA bestätigt werden. So gibt es sehr viele Versicherungen, die man auch bei einer Auswanderung behalten kann - Haftpflicht-, Unfall- und Berufsunfähigkeitversicherung. Alles sicher sehr sinnvolle Versicherungen - gerade in den USA.

Daneben müssen alle Gegenstände, die man nicht mit in die USA nehmen möchte verkauft, verschenkt oder entsorgt werden. In meinem Fall bedeutet das die Auflösung eines kompletten Haushalts, den ich nun über 15 Jahre (seit dem Auszug bei meinen Eltern) aufgebaut habe.

So war ich heute mit Stefan, Urs und seiner Frau auf einem Flohmarkt - eine Sache, die ich schon seit meiner Schulzeit nicht mehr gemacht habe. Der Flohmarkt war jedoch direkt bei mir vor der Tür und so hielt sich der Aufwand (zumindest für mich) in Grenzen.

Außerdem war das Ganze - zusammen mit meinen Freunden (und 3 Flaschen Sekt, die von 3 anderen Bekannten vorbeigebracht wurden) - dann doch auch ganz witzig. Die Geschäfte liefen allerdings etwas schleppend, jedoch habe ich am Ende dann doch noch 160 EUR eingenommen und schließlich ging es darum, möglichst viele Sachen loszubekommen.

Da ich mich dazu entschlossen habe, möglichst bis auf Kleidung und ein paar private Sachen überhaupt nichts in die USA mitzunehmen, bin ich nun seit 3 Monaten dabei, immer wieder etwas zu verkaufen. Sicher, ein krasser Schritt, jedoch macht es irgendwie auch Spass endlich einmal den ganzen unnötigen Balast loszuwerden, den man sowieso nie mehr anschaut, aber denkt, man könnte es irgendwann einmal mal wieder brauchen.

Thursday, May 11, 2006

Gekündigt!

Heute habe ich meinen Job gekündigt. Das heißt, noch nicht so richtig mit Kündigungsschreiben, aber ich habe heute meinem Boss mitgeteilt, dass ich die Firma in drei Monaten verlassen werde. Er hat es ganz gut aufgenommen, denke ich.
Da ich ihm bereits so frühzeitig bescheid gegeben habe, können wir uns nun darum kümmern, dass ich alle meine Aufgaben ordentlich hinterlasse und wir einen geeigneten Nachfolger suchen und einarbeiten. Das hat ihn - glaube ich - am meisten beeindruckt.
Wieso hätte ich es außerdem anders machen sollen? Schließlich hatten wir - trotz oder gerade weil wir uns immer die Meinung gesagt haben - eigentlich immer ein ganz gutes Verhältnis. Außerdem habe ich mir schon gedacht, dass gerade er es verstehen müsste, dass man sich Ziele setzen und Träume verwirklichen muss. Und nichts anderes tue ich jetzt!
Ich denke, dass er sich tatsächlich ehrlich für mich gefreut hat. Am Ende hat er mir sogar noch einen "hug" gegeben und mir viel Glück gewünscht!

Monday, May 01, 2006

Warum auswandern?

Häufig werde ich gefragt, warum ich gerade nach Orange County auswandern möchte und wo das eigentlich genau ist. Aus diesem Grund möchte ich nachfolgend einige Informationen zu meiner zukünftigen Wahlheimat geben:

Wenn man auf eine Karte schaut (siehe "Karte" unter der Rubrik Links auf der American German News Startseite) oder in einen Routenplaner die Strecke von Los Angeles nach Irvine eingibt, erkennt man, dass Irvine nur 44 Meilen (70 km) von Los Angeles entfernt ist. Eigentlich merkt man auf der Fahrt jedoch nicht einmal, dass man in eine andere Stadt fährt, da es sich hierbei um einen riesigen Moloch mit über 17,5 Mio. Einwohnern handelt, was die Region damit zur zweitgrößten Stadt der USA (nach New York mit 22 Mio.) und einer der größten Metropolregionen der Welt macht. Was man normalerweise als LA bezeichnet besteht dabei aus insgesamt 173 selbständigen Städten. Sie umfasst die Counties Los Angeles (inkl. Long Beach, Passadena, Burbank, Beverly Hills, Malibu, Santa Monica und West Hollywood), San Bernardino, Riverside, Ventura und Orange County (mit Städten wie Anaheim, Huntington Beach, Newport Beach, Santa Ana, Laguna Beach und Irvine).

Orange County hat dabei alleine 3 Mio. Einwohner, zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass es abgesehen von den Zentren wie Santa Ana, Anaheim, Irvine etc. weniger stark besiedelt ist, jede Menge Natur und Strände zu bieten hat und man dadurch in einer wesntlich besseren Luft und Umgebung lebt (und nicht das Smog-Problem wie z.B. Downtown Los Angeles). Auch ist die Kriminalität hier wesentlich geringer.

Als ich im Januar 2006 wieder einmal von San Francisco nach Orange County gefahren bin, hatte ich das Vergnügen, einmal von Norden nach Süden durch dieses Gebiet fahren zu dürfen. Dies hat ca. 3 Stunden gedauert, was jedoch hauptsächlich am Feierabendverkehr lag, wo täglich Millionen von Menschen auf der Strasse sind und dem Stop-and-Go-Sport nachgehen. Aus diesem Grund nennt man Los Angeles auch zu dieser Tageszeit den größten Parkplatz der Welt.

Um zu anderen Städten und Zielen zu kommen, muss man die nachfolgend angegebene Distanz und Zeit einplanen:
Irvine - San Francisco: 428 Meilen (688 km)
Irvine - San Diego: 83 Meilen (133 km)
Irvine - Las Vegas: 272 Meilen (437 km)
Irvine - Joshua Tree National Park: 161 Meilen (259 km)
Irvine - zum Strand (Laguna Beach, Newport Beach, Huntington Beach) : ca. 15 Minuten
Irvine – zu einem der Skigebiete (immerhin bis 2500 Meter hoch!): 1 ½ bis 2 Stunden
Irvine - LAX Los Angeles International Airport 45 Meilen (72km) - 1 Stunde bis eine halbe Ewigkeit
Irvine - SNA John Wayne Orange County Airport 5 Meilen (8 km) - deshalb für Besucher unbedingt bevorzugt!


Klar kann ich verstehen, wenn nicht jeder sofort nachvollziehen kann, warum ich ausgerechnet in dieses überbevölkerte Fleckchen Erde ziehen möchte.
Ganz einfach: Wo so viele Menschen wohnen (möchten), muss es einfach schön sein. Außerdem spielen auch nachfolgende Fakten eine nicht zu vernachlässigende Rolle:

- Regentage pro Jahr: 38 (ø)
- Tage pro Jahr unter 0 Grad Celsius: 12 (ø)
- Temperatur im "Winter": 20 (ø Hoch) - 5 Grad (ø Tief)
- Temperatur im Sommer: 25 (ø Hoch) - 12 (ø Tief)
- Jährliche Durchschnittstemperatur: 19 (bezieht sich auf 24 Stunden, also Tag und Nacht).

Das schöne an Orange County ist nämlich, dass es meist immer schönes Wetter ist und man dadurch eine sehr hohe Lebensqualität und einen unvergleichlich hohen Freizeitwert hat.

In diesem Sinne: CU in California!

Tuesday, January 17, 2006

Greencard erhalten

Heute habe ich von meinem Freund Tobi aus den USA folgende Nachricht erhalten:
"BJ, 2 neue Briefe von Immigration sind heute für Dich angekommen.
Einer sieht aus wie der 1., der andere fuehlt sich nach Karte an. Was soll ich tun? ... Lass mich wissen. Tob. "

Und es war tatsächlich die Greencard, die ausschließlich an eine US-Adresse verschickt wird und deshalb nun bei Tobi landete. Bis ich sie dann tatsächlich in meinen Händen hielt, verging noch einige Zeit, da wir uns erst über den sichersten aller Transportmöglichkeiten einig geworden sind, da sie natürlich jetzt nicht noch auf dem Postweg verloren gehen sollte ...

Monday, December 26, 2005

Aktivierungsreise in die USA

Nachdem ich meine Greencard-Formalitäten mit einem Besuch im amerikanischen Konsulat abgeschlossen habe, musste ich nun nur noch in den folgenden 6 Monaten einmalig in die USA einreisen, um die Greencard zu aktivieren. Um die Pflicht mit dem Nützlichen zu verbinden, habe ich das Ganze mit einem Urlaub verbunden und mich mit meinen Freunden in den USA getroffen. Am 26.Dezember ging es von Stuttgart mit der United Airlines nach Washington.

So, in Washington sollte ich also meine erste Einreise als offizieller Resident der USA haben. Zugegeben, etwas nervös war ich dann schon, als ich an die Passkontrolle ging. Zwar war ich bei der Buchung meines Fluges mutig gewesen und hatte mir für den Zwischenstopp lediglich 90 Minuten eingeplant, bevor es weiter nach Kansas City ging, jedoch so hundertprozentig sicher, ob das eine gute Entscheidung war, war ich mir nicht.

Dabei kam ich gleich in den Genuss, einen der Vorteile kennen zu lernen, die man als Greencard-Besitzer hat: Man darf sich nämlich in der Schlange für US-Bürger anstellen und spart sich dadurch das Anstellen in der langen Schlange für Touristen. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob das auch tatsächlich klappen würde, hatte ich im Vorfeld doch unterschiedliche Varianten darüber gehört. Aber es klappte und so stand ich dann einem Beamten gegenüber, der mich sofort mit einem „You are lucky!“ begrüßte. Im ersten Moment dachte ich, dass er meinen Gewinn in der Lottery an sich meinte, er erklärte mir jedoch, dass die amerikanische Regierung dabei wäre, die Lottery abzuschaffen und dass ich wohl einer der letzten sei..

Der Beamte schaute kurz meine Unterlagen durch, nahm erneut meine Fingerabdrücke mit einem elektronischen Scanner ab und schickte mich dann mit einem „Welcome to the United States!“ weiter in einen separaten Raum. Auch hier ging alles sehr schnell. In diesem Raum standen ca. 6 Reihen von Stühlen – insgesamt bestimmt hundert Sitze. Aber zu meinem Glück befand sich außer den beiden Officern keine einzige Person. Zunächst musste ich natürlich erst meine Unterlagen abgeben und danach Platz nehmen – es musste ja alles seine Ordnung haben. Sehr schnell rief mich aber einer der beiden Officer zu sich und schnell wurde mir klar, dass ich in den USA scheinbar sehr willkommen bin. Auf mein Nachfragen relativierte der Officer die Aussage des ersten Beamten und teilte mir mit, dass die Regierung lediglich darüber nachdenkt, das Programm abzuschaffen, es aber erst einmal weiterläuft.

Der Officer wurde sehr schnell locker und erzählte mir ungefiltert seine Meinung über das Greencard-Programm: Dass sie dadurch nicht die richtigen Leute in das Land holen würden – ich natürlich ausgenommen, dass nur unqualifizierte Personen teilnehmen – ich natürlich ausgenommen, dass jeder der Teilnehmer nur den Staat ausnutzt und später auch noch die Familie nachholt – ich natürlich … .

Dafür ging es jedoch sehr schnell. Der Officer war sichtlich beeindruckt von meinen Unterlagen, stempelte alles ab, nahm mir nochmals Fingerabdrücke ab (diesmal richtig mit Stempelkissen) und entließ mich mit einem „Good Luck!“.

Alles in allem verlief die erste Einreise klasse und dauerte gerade mal eine halbe Stunde. Alle waren sehr freundlich und schneller hätte es nicht mehr gehen können. Danach erreichte ich natürlich meinen Anschlussflug nach Kansas City ohne Probleme, verbrachte dort ein paar Tage mit Douglas, seinem Vater und seinen Brüdern, fuhr mit Douglas nach Saint Louis, flog weiter nach Sacramento, wo ich Tobi und Melanie besuchte und zusammen mit Ihnen und Lisa und Josh Silvester feierte, fuhr mit dem Auto nach Laguna Beach und verbrachte dort noch einige Zeit mit Lisa und Josh, bevor es dann am 9. Januar wieder nach Deutschland ging.

Friday, October 21, 2005

Interviewtermin in der Amerikanischen Botschaft in Frankfurt

An diesem Tag habe ich mir extra frei genommen und bin bereits am Abend zuvor nach Frankfurt angereist, habe im Hotel übernachtet und bin morgens gleich ganz früh zur Botschaft gefahren. Es war kalt und es regnete und so früh war ich dann scheinbar doch nicht dran, da bereits bestimmt 20 Leute vor der Botschaft in einer Reihe (im Regen) standen.

Na gut, habe ich mich halt dazu gestellt und ca. 15 Minuten gewartet und was ich vorher in einem Forum für Greencard-Gewinner gelesen hatte, war tatsächlich wahr: Eingeladen waren wir alle um 8.00 Uhr, aber die fangen dort tatsächlich bereits eine halbe Stunde früher an.

Soll recht sein. Zunächst kommt man bei der Botschaft an eine Art Pforte, wo ein Mann hinter einer dicken Glasscheibe sitzt und man muss einzeln hervortreten und ihm die Einladung und mitgebrachten Unterlagen vorzeigen. Danach wird man zu einer zweiten Tür (eine Art Sicherheitsschleuse) geschickt und wartet dort geduldig, dass diese sich öffnet. Was folgt ist eine Kontrolle wie am Flughafen mit Durchleuchten der Jacken, Taschen und Schuhe, Laufen durch ein Metalldetektor und Abgabe des Handys.

Weiterhin erhielten wir eine Nummer, die unser heutiges Leben weiter bestimmen sollte. Dann ging es zügig in ein größeres Gebäude im Inneren des (riesigen) Gebäudekomplexes des Konsulats. Bereits vor 8 Jahren war ich schon einmal nach Frankfurt gekommen, um damals mein Studenten-Visum für die USA zu beantragen. Damals allerdings war die Botschaft noch in einem sehr kleinen Gebäude untergebracht und ich erinnere mich an teilweise absolut chaotische Zustände. Heute ist dagegen alles viel Großzügiger und es läuft alles sehr geordnet ab.

Bereits im Eingang stand ein Angestellter, der uns nach einem Blick auf unsere Nummer direkt zum Schalter 22 schickte. Leider war das die Kasse und nun hieß es erstmal knapp 750 $ zu bezahlen. Ja, der amerikanische Traum ist teuer (hinzu kamen noch die Kosten für Bluttests, Amtsarzt, Bescheinigungen, Formulare etc. – alles in allem über 1000 $).

Nun durfte man erst einmal wieder (kurz) warten, bis die eigene Nummer und ein dazugehöriger Schalter (insgesamt gibt es nämlich über 20 Schalter) auf einer der Anzeigetafeln erscheinen, um dort (an einem anderen Schalter) den Reisepässe und ein Foto abzugeben und … richtig! – wieder warten.

Nach ca. 10 Minuten (gleiches Spiel mit den Anzeigentafeln) wurde man nun zur ausführlichen Besprechung der Unterlagen (Formulare, Geburtsurkunde, Impfbescheinigungen, Bankauskunft, polizeiliches Führungszeugnis, Meldebescheinigung, Zeugnisse, …) gerufen.

Dann wieder warten und erneuter Aufruf an einen anderen Schalter – diesmal handelt es sich um einen höheren Beamten (eigener Schalter, der 4. nun bereits), der nochmals kurz meine Unterlagen anschaut, Fingerabdrücke abnimmt und mich dann schwören lässt, dass alle Angaben korrekt sind. Sind sie!

Ein abschließendes "Good Luck for you", Und das war’s!

Als ich das Gebäude verlasse, regnet es nicht mehr und ich wundere mich, dass die ganze Prozedur nur 1 ½ Stunden gedauert hat. Für die Personen, die jetzt jedoch vor der Tür stehen, wird es wohl etwas länger dauern. Mittlerweile ist die Schlange auf ca. 100 Meter angewachsen …

Danach musste ich noch zum Amtsarzt in Frankfurt, der mir Blut und Urin abnahm und mich geröntgt (Lunge) hat, um festzustellen, oo ich auch gesund bin und später dem amerikanischen Staat nicht als Sozialfall auf der Tasche liegen würde.

Monday, June 06, 2005

Absenden der Unterlagen an KCC

Nachdem ich die Gewinnbenachrichtigung erhalten habe, hieß es erst einmal: Erneut bewerben! Ja, es ist tatsächlich so, dass die Greencard Lottery ist so ausgelegt, dass nicht jeder der bei der Greencard Lottery gewonnen hat auch tatsächlich die Greencard erhält! Dies liegt daran, dass sich sehr viele Personen zwar für die Greencard Lottery anmelden, dann jedoch kalte Füße bekommen und doch nicht mehr in die USA wollen. Aus diesem Grund vergibt die USA jedes Jahr mehr Gewinnbenachrichtigungen, als es tatächlich Greencards gibt. Deshalb gilt es nun, die inzwischen erhaltenen Formulare auszufüllen und fristgerecht in die USA zurück zuschicken. Hierbei geht es zunächst darum, einen Nachweis über die Mindestvoraussetzungen, wie Abitur etc. zu liefern. Jetzt kann man nur noch abwarten ... .

Friday, May 20, 2005

Gewinnbenachrichtigung

Seit ich im Jahre 1998 aus den USA zurück gekehrt bin, nehme ich nun bei der Greencard Lottery teil. Über sieben Jahre habe ich mich jedes Jahr wieder von neuem zur Lottery angemeldet, immer in der Hoffnung, dass ich irgendwann die begehrte uneingeschränkte Aufenthals- und Arbeitsgenehmigung für die USA erhalten werde. Leben und arbeiten in den USA ist schon lange mein Traum. Um es genau zu nehmen, habe ich mich bereits damit beschäftigt, als ich noch in der Schule war. Bereits damals habe ich mich mit dem Thema MBA in den USA beschäftigt und bis heute bin ich ein grosser Fan der USA. Und nun ist es endlich soweit. Heute habe ich die nachfolgende Email erhalten, die mein Leben zukünftig sehr stark verändern wird:

"Sehr geehrter Herr Kampmann,
wir können Ihnen heute eine sehr erfreuliche Mitteilung machen!
SIE HABEN IN DER GREENCARD-LOTTERIE DV-2006 GEWONNEN !!
Die entsprechenden Unterlagen sind gerade bei uns eingetroffen und werden in den nächsten Tagen an Sie weitergeleitet. Es handelt sich um einen DIN A 4 Umschlag, den Sie spätestens Ende nächster Woche in Ihrem Briefkasten finden sollten.
...
Natürlich kommt dies im Moment alles recht überraschend für Sie! Warten Sie also bitte erst einmal in Ruhe unsere Post ab, darin wird vieles weitere erklärt!
Wir freuen uns sehr für Sie und hoffen, dass dieser Gewinn für Sie zur rechten Zeit kommt!

Nochmals HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH und bis bald!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr THE AMERICAN DREAM Team"